GDCh Jahrestagung Chemie
AG-Treffen Chemie-Ausbildung für Mediziner
Donnerstag, 9. Oktober 2003, TU München

 

Das Treffen fand statt im Rahmen der Jahrestagung Chemie 2003 in München am
Donnerstag, 9. Oktober 2003, 09.00-10.30
Hörsaal 0670, Theresianum der Technischen Universität München
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Teilnehmer:
Dr. Hans-Ulrich Wagner, LMU München
Dr. Bernhard Kempf, LMU München
Dr. Dagmar Grambow-Rogge, Medizinische Hochschule Hannover
Dr. Roland Kabuß, Medizinische Hochschule Hannover
Dr. Annerose Müller, EMAU Greifswald
Prof. Dr. Dieter Sicker, Universität Leipzig
Dr. Rudi Hutterer, Universität Regensburg
Eva Germer, Universität Frankfurt/Main
Dr. Barbara Patzke, Universität Frankfurt/Main
Prof. Dr. Christoph Janiak, Universität Freiburg
Prof. Dr. Johann Gasteiger, Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Axel Schunk, Universität Erlangen-Nürnberg
Dr. Gisela Boeck, Universität Rostock

Protokoll:
Herr Dr. Schunk stellte zu Beginn aktuelle Zahlen zur Organisation der Chemieausbildung der Medizinstudierenden an verschiedenen Einrichtungen vor. Durch die Einführung der neuen Approbationsordnung und durch teilweise Umstellung auf ausschließliche Immatrikulation im WS (z.B. München) kommt es zu starken Reduzierungen der naturwissenschaftlichen Ausbildung und zu einem enormen Aufwand an Management, um für entsprechend hohe Studentenzahlen vorbereitet zu sein.
Die erhebliche Reduzierung der naturwissenschaftlichen Ausbildung (mindestens um 1/3) stößt auf deutliche Ablehnung, da gegenwärtig mit dem Abiturzeugnis nicht eine breite naturwissenschaftliche Ausbildung garantiert ist. Auf der anderen Seite ist es auch didaktisch unmöglich, den Studierenden in kürzester Zeit (z.B. 10 Wochen in Rostock) ein solches chemisches Fundament zu vermitteln, auf dem nachfolgende Disziplinen (Physiologie, Biochemie, Klinische Chemie) aufbauen können. Es wurde auch Unverständnis darüber geäußert, warum die Approbationsordnung keine Seminare für die Chemieausbildung fordert. Ein zusätzliches Anbieten von Seminaren ist bei der schlechten Personalsituation nicht möglich. Gerade wegen häufig nicht ausreichender Vorkenntnisse ist es nicht möglich, sich die chemische Theorie nur im Selbststudium anzueignen. Dadurch fehlt auch eine fundierte Vorbereitung auf die Praktika, die nur dann Sinn machen, wenn der Studierende auch weiß, was er tut.
Das ursprüngliche Ziel unserer Interessengemeinschaft, über didaktische Ansätze für eine gute Ausbildung zu reflektieren, beschränkt sich nunmehr auf die Verwaltung von Mangel. Um die Situation trotzdem zu meistern, ergeben sich aus unserer Sicht folgende Ansätze:
1. Die Anforderungen an das naturwissenschaftliche Niveau in der Ausbildung der Medizinstudierenden dürfen nicht gesenkt werden. Kritisch werden Abschlussergebnisse des ersten Durchgangs nach neuer Approbationsordnung verfolgt und ausgewertet. Diese Informationen werden den zuständigen Stellen in Ministerien und am IMPP übermittelt.
2. Um in der zur Verfügung stehenden, sehr kurzen Zeit fundiertes Wissen zu vermitteln, sollte die Zusammenarbeit mit der Biochemie noch weiter verstärkt werden, damit die Abstimmung der zu vermittelnden Inhalte optimal ist. Aus dieser Zusammenarbeit könnten auch Überlegungen zur effektiven Gestaltung des Gegenstandskatalogs entstehen.
3. Über Zulassungsvoraussetzungen und Vorkurse kann an dieser Stelle nicht entschieden werden, jedoch sind bei der zukünftigen Gestaltung einer modernen gymnasialen Bildung die Aspekte einer breiten naturwissenschaftlichen Ausbildung ins Kalkül zu ziehen. Vorkurse sind derzeit nicht realisierbar.
Nach Ablauf des Wintersemesters wird bei einem erneuten Treffen über Erfolg bzw. Misserfolg berichtet (vorauss. Termin 20. April 2004, Ort: Medizinische Hochschule Hannover). Der Austausch von Praktikumsunterlagen wird fortgesetzt, außerdem werden Klausuren ausgetauscht, um das Anforderungsniveau besser vergleichen zu können. Über das Internet sind einige Klausurbeispiele zugänglich, außerdem liegt in Rostock eine größere Sammlung von Klausuren verschiedener Universitäten.

 

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Letzte Änderungen am: 20. Oktober 2003, A. Schunk