Protokoll des Treffens der AG "Chemieausbildung für Medizinstudierende" am 04.04.2006 an der Universität Göttingen
 

Teilnehmer:
 
Dr. Gisela Boeck, Universität Rostock
Dr. Stephanie Grond, Universität Göttingen
Dr. Martin Heck, Charité, Berlin
Prof. Dr. Werner Hoffmann, Universität Magdeburg
Dr. Rudolf Hutterer, Universität Regensburg
Dr. Roland Kabuß, Medizische Hochschule Hannover
Prof. Dr. Paul Margaretha, Universität Hamburg
Dr. Barbara Patzke, Universität Frankfurt/Main
Prof. Dr. Uwe Pfüller, Universität Witten-Herdecke
Dr. Rainer Schmidt, Universität Gießen
Dr. Axel Schunk, GDCh, Frankfurt/Main
Prof. Dr. Claudia Steinem, Universität Göttingen
Dr. Thomas Weimar, Universität Lübeck
Prof. Dr. Axel Zeeck, Universität Göttingen
 

(1) Herr Professor Zeeck stellte in seinem Beitrag die Entwicklung der Chemieausbildung für Medizinstudierende in den letzten 40 Jahren vor, die durch eine zunehmend stärkere Orientierung auf die Belange der Mediziner gekennzeichnet ist. Es wurden Praktika konzipiert, die dieser Orientierung folgten. Die Einführung des bundesweit einheitlichen Physikums führte zu der Festlegung eines Mindeststandards in den Inhalten der Medizinerausbildung.
 

(2) Frau Dr. Boeck fasste die Entwicklung des Netzwerkes "Chemie für Mediziner" seit 2001 zusammen. Das Netzwerk hat in dieser Zeit losen Kontakt zu 21 Einrichtungen aufgenommen, in denen "Chemie für Mediziner" angeboten wird, wobei der Teilnehmerkreis bei den 6 Treffen Schwankungen unterlegen war.
Es wurde in der Arbeit erreicht, dass
a) die Lehrsituation an den Universitäten und Hochschulen im Netzwerk bekannt ist,
b) Lehrmaterialien (Praktikumsskripte, Klausur- und Testataufgaben) ausgetauscht wurden,
c) das multimediale Angebot "Chemie für Mediziner" im Rahmen des "Vernetzten Studiums" bekannt gemacht wurde und breit genutzt wird,
d) über die Probleme der Chemieausbildung für Medizinstudierende drei Beiträge in den "Nachrichten aus der Chemie" und ein Beitrag im "Ärzteblatt" veröffentlicht wurden.
Es wurde über die bisher erfolglosen Bemühungen berichtet, das Netzwerk zu institutionalisieren, damit die Möglichkeit besteht, stärker an hochschulpolitischen Entscheidungen Anteil zu haben. Herr Dr. Schunk charakterisierte die tatsächlichen Möglichkeiten der Anbindung als Arbeitsgruppe an eine Fachgruppe der GDCh genauer. Geeignet wäre dafür die FG "Medizinische Chemie".
Als Diskussionspunkte wurden vorgeschlagen:
a) Ist es sinnvoll, weiter an der Institutionalisierung zu arbeiten?
b) Welche Arbeitsschwerpunkte setzt sich die Gruppe?
c) Welche Möglichkeiten hat die Gruppe, die Zukunft der multimedialen Materialien aus Erlangen zu beeinflussen?
d) Ist die Aufrechterhaltung einer eigenen Homepage des Netzwerkes sinnvoll?
e) Wie soll die Frequenz der Treffen sein und welcher Ort wird für das nächste Treffen geplant?
 

(3) Dann wurde die Ausbildung an verschiedenen Einrichtungen vorgestellt (Prof. Hoffmann, Dr. Weimar, Dr. Kabuß, Dr. Heck, Prof. Pfüller, Dr. Hutterer, Dr. Patzke, Dr. Schmidt, Prof. Margaretha). Der Umfang sowie der Gesamtzeitrahmen der Ausbildung und das didaktische Herangehen unterscheiden sich an den einzelnen Einrichtungen gravierend. Die Präsenz der Chemie im Wahlfach ist unterschiedlich realisiert. Einige der Professoren/Lehrbeauftragten gehören zur Medizinischen Fakultät und/oder sind unmittelbar mit medizinischer Forschung verbunden und haben demzufolge andere Einflussmöglichkeiten an der Medizinischen Fakultät, zum Beispiel über die Mitgliedschaft im Fakultätsrat. Eine völlige Vereinheitlichung soll keinesfalls angestrebt werden. Alle sind sich aber einig in der Sorge, dass seitens der Mediziner eine weitere Verringerung der naturwissenschaftlichen Ausbildung durchgesetzt werden könnte. Das ist unter allen Umständen zu verhindern. In der anschließenden Diskussion wurde festgelegt, dass
a) die Institutionalisierung nicht als Ziel fallengelassen wird, vorher jedoch die Arbeitsinhalte noch klarer fixiert werden müssen.
Dazu ist:
   i. eine aktuelle Übersicht aller Einrichtungen, die "Chemie für Mediziner" anbieten, und der jeweiligen verantwortlichen Professorinnen und Professoren bzw. Lehrbeauftragten vorzubereiten (V.: Boeck)
   ii. ein Minimalprogramm für die Medizinerausbildung zu erarbeiten. Eine Diskussionsgrundlage für nächste Treffen dazu wird geschaffen.
   iii. eine Übersicht über die Physikumsergebnisse im Frühjahr und im Herbst 2006 in Abhängigkeit vom Umfang der Chemieausbildung zu erstellen.
b) Herr Dr. Schunk die Homepage des Netzwerkes weiter pflegt und verfolgt, wie die Nutzung der "Chemie für Mediziner" - Module sich in Zukunft gestalten wird
c) das nächste Treffen bereits im Herbst stattfinden soll, um die Inhalte des Punktes a) zu diskutieren.
 

Als Termin für das nächste Treffen wird der 10. Oktober 2006 in die engere Wahl gezogen. Herr Heck und Herr Hoffmann prüfen bis zum 01.08.06 die Möglichkeit, sich in Berlin bzw. Magdeburg zu treffen.
Den Abschluss des Treffens bildete der kurze Besuch des Museums der Göttinger Chemie.
Für die sehr gute organisatorische Vorbereitung vor Ort sei Frau Grond ganz herzlich gedankt.

Dr. Gisela Boeck, Rostock.

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Letzte Änderungen am: 29. April 2004, A. Schunk