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4.4. Zusammenfassung der Ergebnisse

Es konnte gezeigt werden, daß für Verbindungsklassen, deren Massenspektren vorwiegend von den Fragmentierungstypen -Spaltung, Oniumreaktion, Carbonyleliminierung, McLafferty-Spaltung und der Wasserstoffumlagerung bestimmt werden, mit dem eingeschlagenen Weg brauchbare Spektren simuliert werden können. Zu diesen Stoffgruppen gehören aliphatische, acyclische Amine, Alkohole, Ether, Acetale, Ketale und Fettsäureester. Effekte, die darauf zurückzuführen sind, daß in einer vorangegangenen Fragmentierung das Kation stark an Anregungsenergie verloren hat, können bei der Spektrensimulation mit MASSIMO nicht berücksichtigt werden.

Durch die unzureichende Kodierung der Radikalkationen als Bindungsliste, mit der einige Ionen nicht unterschieden werden können, und die fehlende Berücksichtigung der Anregungsenergie der Kationen war es für Reaktionstypen, wie die induktive Spaltung, nicht möglich, für diese Bewertungsfunktionen oder neuronale Netze abzuleiten. In Ermangelung der Unterscheidungsmöglichkeit einiger Kationen und alternative Reaktionswege zu gleich schweren Kationen wurden von FRANZ auch nicht stattfindenden Fragmentierungen Umsätze zugewiesen, weshalb einigen bewerteten Reaktionen eine falsche Reaktionswahrscheinlichkeit zugeordnet wurde. Diese Reaktionen stellen Ausreißer im Datensatz der Reaktionen während der Statistik bzw. dem Training der neuronalen Netze dar. Speziell die erwähnte, induktive Spaltung ist allerdings ein wichtiger Fragmentierungstyp für viele verschiedene Stoffklassen.

Bei der Zusammenstellung der Regeln zur automatischen Ableitung der Reaktionswahrscheinlichkeiten aus experimentellen Massenspektren ist nach Möglichkeit auf Umlagerungsreaktionstypen zu verzichten. Diese würden in vielen Fällen zur Folge haben, daß keine eindeutigen Wahrscheinlichkeiten bestimmt werden können. Eine Methode dies zu umgehen ist die Umlagerung und die sich anschließende Fragmentierung zu einem Reaktionstyp zusammenzufassen. Dadurch werden jedoch die Reaktionszentren erheblich komplexer, wobei oft an die Grenzen der Definitionsmöglichkeiten des Reaktionszentrums des Systems zur Reaktionsgenerierung von FRANZ und MASSIMO gestoßen wurde. Es konnten keine verzweigten Reaktionszentren festgelegt werden.

Für eine zuverlässige, breiter einsetzbare Simulation von Massenspektren müssen die Programme zur Analyse und Simulation zusammen mit den Reaktionstypen erheblich überarbeitet und erweitert werden.



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