![[Next]](p_next.gif)
Diese Arbeit ist Teil der Dissertationen unter http://www2.chemie.uni-erlangen.de/services/dissonline/
In dieser Arbeit werden die Wechselwirkungen von Spurengasen mit Eis- und
Schwefelsäureoberflächen im Temperaturbereich 195 - 265 K untersucht. Ziel
der Messungen ist die Klärung der Frage, inwiefern durch Flugzeuge
in Reiseflughöhe emittierte Spurengase durch heterogene Reaktionen an Eis- und
Schwefelsäureaerosolpartikeln ab/adsorbiert, transportiert und umgewandelt
werden. Die Klärung dieser Fragen ist wichtig zur Bewertung der Auswirkungen
des Luftverkehrs auf die Atmosphäre. Zwei neuartige Versuchsapparaturen zur
Durchführung dieser Untersuchungen werden beschrieben. Kernstück der
Apparaturen sind Kapillarsäulen, die in einer Kühlkammer oder einem
Badkryostaten bis auf - 80oC abgekühlt werden können. In diese
Kapillaren wird entweder ein Eisfilm oder ein Schwefelsäurefilm von wenigen
m Dicke aufgebracht. Die zu untersuchenden Spurengase werden als Pfropf
in die Säule injiziert. Aus der Peakfläche, der Retentionszeit und der
Peakverbreiterung lassen sich Ad/Absorption, Diffusion in der flüssigen
Phase und Reaktion der Gase quantitativ untersuchen. Die Ergebnisse der
einzelnen Messungen sind:
- SO2-Eis
- SO2 wird an Eis physisorbiert. Die Adsorption kann
durch eine Langmuir Isotherme beschrieben werden. Das SO2 wird an wenigen
aktiven Zentren adsorbiert, die nur 0,06% der Gesamtoberfläche ausmachen.
Unter 266 K wurden keine Hinweise auf eine quasiflüssigen Oberflächenschicht
gefunden, deren Existenz an Eis knapp unterhalb des Schmelzpunktes von
verschiedenen Autoren vermutet wird.
- n-Hexan/Aceton-Eis
- Dieses Paar einer in Wasser unlöslichen/sehr gut löslichen Verbindung wurde
untersucht um festzustellen, ob das Adsorptionsverhalten von Eis durch
Lösungsbildung unterhalb des Schmelzpunktes beeinflußt werden kann. Ein
derartiger Effekt wurde jedoch nicht beobachtet. Die Adsorptionsisothermen
der beiden Verbindungen sind in dem untersuchten Konzentrationsbereich
näherungsweise linear. Das polare Aceton wird stärker als das unpolare
n-Hexan adsorbiert.
- O3-Eis
- Ozon wird an Eis extrem langsam abgebaut. Die
Reaktionswahrscheinlichkeit liegt zwischen
,
abhängig von der Ozonkonzentration. Die Kinetik der Reaktion
läßt sich erklären, wenn man annimmt, daß das Ozon zunächst an einem aktiven
Zentrum adsorbiert wird und dort langsam reagiert. Der Zusatz von SO2 beschleunigt den Ozonabbau.
- SO2-H2SO4
- SO2 wird physikalisch in kalter Schwefelsäure
gelöst. Die Löslichkeit nimmt mit abnehmender Temperatur und abnehmender
Schwefelsäurekonzentration zu. Die Diffusionskoeffizienten in Schwefelsäure
sind sehr klein, was auf einen ungewöhnlich großen hydrodynamischen Radius
des SO2 schließen läßt. Die Stokes-Einstein-Beziehung (
)
kann für dieses System nicht verifiziert werden.
- NO2/N2O4-H2SO4
- Beide Gase werden simultan in
Schwefelsäure gelöst. Auf der Zeitskala des Experimentes findet größtenteils
nur eine physikalische Lösung statt. Die Löslichkeit von N2O4 ist ca.
20 - 100 mal größer als die von NO2.
Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen den Schluß zu, daß die beobachteten
Wechselwirkungen eine geringe Auswirkung auf die Chemie im Flugzeugnachlauf
und in der Atmosphäre haben.
![[Next]](p_next.gif)
Diese Arbeit ist Teil der Dissertationen unter http://www2.chemie.uni-erlangen.de/services/dissonline/
Adelheid Jakob, Robert Höllering
1998-11-16
dissertationen@ccc.chemie.uni-erlangen.de