Verlage
Seit Beginn der wissenschaftlichen Literatur spielen Verlage eine
wichtige Rolle bei der Verbreitung von Information. Zu Beginn war dies
vor allem im Bereich der Monographien und Handbücher der Fall.
Handbücher wie Beilstein, Gmelin oder Landolt-Börnstein wurden
zwar teilweise von anderen Institutionen produziert, aber traditionell
über Verlage vertrieben.
Erst nach dem zweiten Weltkrieg und mit der massiven Zunahme der Zahl
von chemischen Zeitschriften begannen kommerzielle Verlage in der Chemie
eine wichtige Rolle auch bei den Zeitschriften zu spielen.
Inzwischen sind sie wegen ihrer Preispolitik und auch wegen der
Konzentrationsprozesse im wissenschaftlichen Publikationswesen massiver
Kritik ausgesetzt, vor allem von Seiten der Bibliotheken.
Datenbankproduzenten
Mit der Verbreitung der elektronischen Information stiegen viele
Verlage schrittweise auch in die Produktion von Datenbanken ein, sei es
durch eigene Aktivitäten, oder durch Aufkaufen bestehender Firmen:
so hat Reed-Elsevier, einer der grössten wissenschaftlichen Verlage
und grösster Produzent naturwissenschaftlicher Zeitschriften, MDL
Information Systems, einen der wichtigsten Anbieter von Chemiesoftware
aufgekauft, und seine Position im Sektor Sekundärliteratur durch
Lizenzen für die Datenbanken Beilstein und Gmelin wesentlich
gestärkt.
Im Bereich Sekundärliteratur haben sich aber Datenbankproduzenten
unabhängig von traditionellen Verlagen etabliert und spielen eine
wichtige Rolle in diesem Sektor der Chemieinformation. Dazu gehören
z.B. das Institute for Scientific
Information (ISI) und die Firma Derwent. ISI produziert nicht nur
den bekannten Science Citation Index,
sondern auch Chemiedatenbanken.
Im Rahmen des Konzentrationsprozesse der wissenschaftlichen Information
gehören Derwent und ISI inzwischen zur Thomson-Verlagsgruppe.
© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:23:37 2004 GMT
BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie
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