Probleme der Strukturrepräsentation im Gmelin
Das bereits angesprochene Problem der Bindungstypen/Verbindungstypen
in der anorganischen und metallorganischen Chemie ist ein besonders
ausgeprägtes Beispiel für die grundsätzliche Problematik,
die chemische Konzeption und Bedeutung, die Strukturformeln zugrunde
liegt, in die in Datenbanken verwendete Strukturrepräsentation zu übersetzen, die
aus der Graphentheorie stammen (siehe dazu das Modul Strukturcodierung).
Nach chemischen Gesichtspunkten können anorganische und
metallorganische Verbindungen aufgrund der vorkommenden Bindungstypen wie
folgt kategorisiert werden:
- ionische Bindungen, z.B. in Na+Cl-
- kovalente Bindungen, z.B. in H2
- koordinative Bindungen, z.B. in
[(CH3)3P]2PtCl
In einer Verbindung können natürlich mehrere dieser
Bindungstypen vorkommen, z.B. ionisch und koordinativ im Beispiel
K2PtCl6.
Am Beispiel von Natriumchlorid mit einem Mol Hydratwasser sind hier
diese Möglichkeiten einmal durchgespielt
Alle diese Bindungstypen erscheinen auch in der Gmelin-Datenbank, das
Problem liegt aber darin, dass ihre Verwendung aufgrund formaler Strukturkonventionen beim Aufbau der Datenbank
häufig nicht mit dem "normalen chemischen Gebrauch"
übereinstimmen; so ist Natriumchlorid nicht ionisch als
Na+Cl- angegeben, sondern mit einer kovalenten
Bindung als Na-Cl. Diese an sich schon problematische Situation (ein
Chemiker muss gewissermassen bei der Datenbankbenutzung "umdenken") wir
dadurch noch verschlimmert, dass zahlreiche Ausnahmen existieren, wie wir
ausführlich in Datenstruktur der
Gmelin-Datenbank am Beispiel des Natriumchlorids zeigen.
Das Problem der Strukturrepräsentation wird auch noch dadurch
erschwert, dass (wie bereits erwähnt) für fast ein Viertel
aller Verbindungen überhaupt keine Strukturen in der Datenbank
vorhanden sind.
Die Gruppierung der Beispiele in verschiedene Lerneinheiten in diesem
Teil des Moduls Gmelin orientiert sich an den Gmelin-Konventionen zur
Repräsentation von Stoffen, wie sie in Datenstruktur der Gmelin-Datenbank beschrieben
ist.
© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:42:13 2004 GMT
BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie
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