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Suche bei Verlagen vs. Suche in Referateorganen

Wir vergleichen nun die Suche direkt bei den Verlagen mit der Suche in Referateorgane wie Chemical Abstracts oder Web of Science. Ein grosser Nachteil der Verlagssuche ist die noch ungenügende zeitliche Abdeckung der verfügbaren elektronischen Volltextzeitschriften. Dies verdeutlicht die Statistik der Titeleinträge im Periodikakatalog des ETH Informationszentrums Chemie (Stand 29.11.2002). Von den 1'618 Titeleinträgen sind 296 - rund 18% - ab dem ersten Band verfügbar. Von diesen 296 Zeitschriften sind aber 167, als etwas über die Hälfte, erst nach 1995 entstanden. Betrachten wir die Verfügbarkeit über die Publikationsjahre, stellen wir fest, dass ein Grossteil der Zeitschriften, nämlich 1181 (73%), erst ab 1995 oder später elektronische Volltexte anbieten. Dies bedeutet, dass ein Grossteil der publizierten Literatur über die Suche bei den Verlagen gar nicht aufgefunden werden kann. Die Suche in Referateorganen wird also weiterhin das bevorzugte Arbeitsmittel sein. Längerfristig ist jedoch damit zu rechnen, dass der Anteil der so genannten Verlags-Backfiles, deren Erzeugung mittels Scannen und OCR-Wandlung für die Verlage aber mit immensen Kosten verbunden ist, zunehmen wird.

Ein weiterer gewichtiger Nachteil der Verlagssuche ist, dass jeweils nur die Zeitschriften eines Verlags gesucht werden können und jeder Verlag eine eigene Abfragesprache einsetzt. Metasuchmaschinen wie MetaxChem, in der Sie gleichzeitig in mehreren Verlagen suchen können, stellen z.Z. nur eine unzureichende und unzuverlässige Alternative dar. Wie bei allen Metasuchmaschinen hängen die Resultate empfindlich von der Art und Anzahl der suchbaren Felder der Teilsuchmaschinen der Verlage und der Stabilität der Internetverbindung zwischen der Metasuchmaschine und den einzelnen Suchmaschinen der Verlage ab.

Web Icon MetaxChem (Metasuche für Zeitschriften)

Bei der Betrachtung der Suchergebnisse der Elsevier-Publikationen von Gerhard Quinkert fällt auf, dass die früheren Artikel aus den 60er Jahren in Deutsch publiziert wurden. Hätten wir beispielsweise mit einem Schlagwort im Titel gesucht, wären u.U. aufgrund der unterschiedlichen Sprache, Schreibweise oder Verwendung von Synonymen mögliche Treffer"durch die Latten gefallen". Einträge in Referateorganen werden im Allgemeinen in Englisch erfasst bzw. übersetzt. Deren Schlagwortfelder werden in der Regel konsistent indiziert, indem aus einem Schlagwortpool (Thesaurus) standardisierte Begriffe eingesetzt werden, was eine hohe Qualität der Suche in Referateorganen ermöglicht.


© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:25:19 2004 GMT
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