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Übersichtsartikel

Zwei Jahre nach den erwähnten ausführlichen Publikationen zur Synthese von 19-Nor-Steroiden und Östron im Besonderen wurde diese Synthesemethode in einem Übersichtsartikel (englisch: Review) in einen grösseren Zusammenhang gestellt.

Der hier wiedergegebene Beginn dieses Artikels stammt nicht aus der Zeitschrift selbst, sondern ist ein separater Sonderdruck des Artikel (und als solcher oben rechts gekennzeichnet), der vom Autor auf Anfrage an uns verschickt wurde.
Solche Sonderdrucke (englisch reprint, nicht zu verwechseln mit preprint) sind ein etablierter Teil des wissenschaftlichen Publikationssystems, der wieder zwei Funktionen hat: einen Sonderdruck vom Korrespondenzautor anzufordern, war vor allem vor der weiten Verbreitung von Fotokopierern oft die einfachste Möglichkeit, zu einer persönlichen Kopie zu kommen (viele Hochschulen und Firmen hatten sogar vorgedruckte Postkarten für solche Anforderungen). Die zweite Funktion, nämlich einem Autor durch eine solche Bitte Interesse an seiner Arbeit zu signalisieren, ist auch heutzutage nicht überholt.

Quinkert Oestron: Review 1983
© VCH Verlagsgesellschaft

Übersichtsartikel sind ähnlich wie ausführliche Publikationen strukturiert, aber ohne experimentellen Teil, dafür mit einem Literaturverzeichnis, das je nach Gebiet durchaus mehrere hundert bis über tausend Literaturzitate umfassen kann.

Übersichtsartikel gehören zu den nützlichsten Literaturtypen überhaupt: wenn man sich möglichst schnell über ein Gebiet informieren oder in ein neues Thema einsteigen will, dann ist nichts so nützlich wie ein guter, einigermassen aktueller Übersichtsartikel - die Flut der in Datenbanken zu fast jedem Thema und vielen Verbindungen findbaren Einzelpublikationen erschlägt einen nahezu, man sieht "vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr". Mit einem guten Review hat aber ein Chemiker gewissermassen bereits eine "Schneise in den Urwald geschlagen" und die Einzelarbeiten kompakt zusammengefasst.
Übersichtsartikel werden manchmal zur Tertiärliteratur gerechnet, manchmal zur Sekundärliteratur (die Sichtung und Ordnung der Einzelpublikationen ähnelt tatsächlich dem, was in den Handbüchern wie Beilstein und Gmelin für Eigenschaften von Verbindungen geschieht). Wir behandeln sie hier aber unter der Primärliteratur, weil sie in Zeitschriften erscheinen und wie andere Zeitschriftenartikel strukturiert sind.


© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:23:15 2004 GMT
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