Einleitung: Nutzen der wissenschaftlichen Information
Der Übergang der Chemie von der Alchemie zur Naturwissenschaft
ist nicht nur mit der Kombination von Theorie und Experiment
verknüpft, sondern ebenso mit der öffentlichen Kommunikation
von Chemieinformation und dem freien Austausch von Wissen und Erfahrungen
unter Chemikern. Dies war in der "Geheimwissenschaft" Alchemie ganz
anders, wie uns z.B. die Vorgänge um die europäische
Wiederentdeckung des Porzellans durch Böttger 1709 zeigen.
Es ist deshalb wohl nicht erstaunlich, dass die allerersten
wissenschaftlichen Zeitschriften (1665: Philosophical
Transactions of the Royal Society (London) und in Paris das
Journal des Scavants) der modernen Chemie, deren
Anfangspunkt meist den Untersuchungen von Lavoisier (richtige Deutung der Verbrennung als
Oxidation 1783) gleichgesetzt wird, mehr als 100 Jahre vorausgehen. Die
erste spezielle Chemiezeitschrift (Crells Chemische
Annalen 1778) erscheint erstmals praktisch gleichzeitig mit
diesem Beginn der modernen Chemie.
Mit chemischen Handbüchern (Gmelin, 1817) und chemischen Referateorganen (Pharmaceutisches
Central-Blatt, 1830) waren dann wenig später alle noch
heute dominierenden Elemente der Chemieinformation schon weniger als 50
Jahre nach Lavoisier vorhanden.
Diese werden wir hier jetzt näher betrachten.
© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:22:39 2004 GMT
BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie
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