Nutzung der wissenschaftlichen Information
Die praktische Nutzung von Chemieinformation (das heisst im
wesentlichen der chemischen Literatur) findet heutzutage bevorzugt in
elektronischer Form durch die Suche in Datenbanken statt. Dazu benötigt man Kenntnisse
über Inhalt und Suchmöglichkeiten dieser Datenbanken, die in
den entsprechenden Modulen vermittelt werden.
Trotz dieser Praxisorientierung bleibt es uns nicht erspart, hier zuerst
einmal die Grundlagen der Chemieinformation zu skizzieren.
Zur Nutzung von Chemieinformation hat R.
Fugmann (tätig bei Höchst AG), einer der Pioniere der
elektronischen Chemieinformation in Deutschland folgendes
Grundsätzliche festgestellt:
Angew.Chem. 85 (1973), 978 © VCH Verlagsgesellschaft
Chemiker müssen also mindestens einen beträchtlichen Teil
ihrer Recherchen selber durchführen, und sie haben dies auch schon
immer getan. Gerade die modernen elektronischen Methoden der Beschaffung
von Chemieinformation aus Datenbanken, dem World Wide Web oder anderen elektronischen Quellen
bergen eine Gefahr: alles geht schnell (mit Mausklick), alles sieht mit
den üblichen grafischen Benutzeroberflächen schön und
einfach aus, und man findet fast zu jeder Frage überall Antworten,
sei es mit einer Suchmaschine auf dem Web,
oder in einer kostenpflichtigen Datenbankrecherche.
Ob diese Antworten aber ein vernünftiger Teil der vorhandenen
Informationen, oder nur die sprichwörtliche "Spitze des Eisbergs"
sind, diese Einschätzung verlangt einen kritischen Umgang mit
Informationsquellen aller Art, sowie Kenntnisse über deren
Stärken und Schwächen.
Dieser kritische Umgang, und vor allem ein Erfahrungsaustausch mit
Kolleginnen, Kollegen, oder Bibliothekaren und Informationsspezialisten
sind aber nur dann möglich, wenn wichtige Begriffe der
Chemieinformation klar definiert und bekannt sind. Genau darum geht es in
diesem Modul.
Folgen Sie uns also auf diesem "Orientierungslauf", auch wenn
vielleicht der Nutzen noch nicht auf den ersten Blick ersichtlich sein
sollte - Sie kommen noch früh genug zu den Modulen, die die
wichtigsten Informationsquellen beschreiben und die häufigsten
Probleme lösen, dazu aber auf dem Fundament an Terminologie,
Definitionen und Funktionen aufbauen müssen, das hier gelegt
wird.
© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:22:43 2004 GMT
BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie
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