Nutzen der wissenschaftlichen Information
Zu jeder Wissenschaft gehört die kritische Auseinandersetzung mit
Theorien und Experimenten. Da schon bald nach den Anfängen der
Chemie als Wissenschaft niemand mehr allein alle Theorien und Experimente
wissen und beherrschen konnte, war man darauf angewiesen, von anderen
Chemikern wesentliche Dinge zu erfahren, sei es, um sich damit kritisch
auseinanderzusetzen, sei es, um ausgehend von diesen Informationen eigene
Experimente und Theorien zu entwickeln.
Sowohl die kritische Auseinandersetzung mit Ergebnissen der Arbeit
anderer Wissenschaftler, als auch erst recht deren Nutzung für
eigene Arbeiten verlangte nach einer Angabe der Quelle und damit implizit
auch nach einer Anerkennung der Arbeit anderer.
Exzessive Geheimhaltung ist mit einer funktionierenden Wissenschaft
ebenso unverträglich wie das "Schmücken mit fremden Federn".
Wissenschaftliche Arbeiten müssen nachvollziehbar und reproduzierbar
sein, sonst verdienen sie nicht diese Bezeichnung.
All dies funktioniert nur unter folgenden Voraussetzungen:
- Wissenschaftliche Information muss allen Wissenschaftlern frei und
ungehindert zugänglich sein.
Frei heisst aber nicht kostenlos, denn nicht nur die Produktion
wissenschaftlicher Information durch Forschung ist sehr kostspielig,
auch die Formatierung, Verteilung, Erschliessung, Bereitstellung und
Archivierung von wissenschaftlicher Information ist aufwendig.
- Wissenschaftler müssen die Herkunft verwendeter Informationen
korrekt und nachvollziehbar belegen.
Dieses Zitieren verwendeter Informationen anderer ist eine der
Säulen der Wissenschaft, es setzt eine organisierte Form
wissenschaftlicher Information, eben die wissenschaftliche
Literatur, voraus.
© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:22:41 2004 GMT
BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie
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