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Preprints

In der Chemie ist ein nicht öffentlicher Manuskriptaustausch unter Forschungsgruppen häufig, es gibt aber wenig öffentlich zugängliche Preprints. Die Physik hingegen hat vor allem in den Bereichen Atomphysik und Hochenergiephysik eine regelrechte "Preprint-Kultur" etabliert. Sie operiert seit Jahren erfolgreich mit Manuskripten, die erst so öffentlich zur Diskussion gestellt und dann irgendwann einmal in "endgültiger" Fassung konventionell in Zeitschriften publiziert werden.

In der Chemie haben die Kurzmitteilungen (letters, communications) früher diese Funktion erfüllt, tun dies aber heute nicht mehr im erforderlichen Ausmass, weil sie nicht schnell genug publiziert werden. Elektronische Preprints wären schneller und bei Organisation auf einem zentralen Server wie in der Physik auch besser zugänglich. Leider sind die Chemiker in ihrem Publikationsverhalten bisher in ihrer Mehrheit offensichtlich zu konservativ, um diese Publikationsform zu nutzen. Hinzu kommt, dass viele renommierte Chemiezeitschriften nur nicht schon anderweitig publizierte Resultate veröffentlichen, und einen Preprint als vorherige Publikation ansehen.

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© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:22:53 2004 GMT
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