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Elektronische Zeitschriften und Sekundärliteratur

Die Verfügbarkeit von elektronischen Zeitschriften scheint die Situation Primärliteratur/Sekundärliteratur zu ändern, kann man dort doch jetzt im Volltext direkt suchen. Braucht man also noch die aufwendig zu produzierenden und daher teuren Referateorgane und Handbücher bzw. die entsprechenden Datenbanken ?

Diese Frage kann derzeit und wohl auf absehbare Zeit mit einem klaren ja beantwortet werden:

  1. Nur ein noch relativ kleiner Teil der Zeitschriftenartikel ist elektronisch verfügbar.
    Das ändert sich zwar durch rückwirkende Erfassung gedruckter Zeitschriften, aber nicht so schnell und so umfassend wie gewünscht. Selbst wenn diese Entwicklung weitergeht, bleibt immer noch die Frage, ob unsere Bibliotheken die Zusatzkosten für diese elektronischen "backfiles" aufbringen bzw. im Hinblick auf den gedruckten Zeitschriftenbestand rechtfertigen können (man zahlt hier nämlich noch einmal für die gleiche Information in elektronischer Form, die man auf Papier bereits mit dem Abonnement der Zeitschrift bezahlt hat).
  2. Die Suchmöglichkeiten in elektronischen Zeitschriften sind relativ primitiv (verglichen mit Datenbanken), und sie operieren auf einen Inhalt, der wesentlich schlechter strukturiert und noch weniger bezüglich Gliederung oder verwendeter Begriffe standardisiert ist als derjenige von Referateorganen und Handbüchern.
    Suchen nach Text sind möglich, aber derzeit nicht nach Strukturen von chemischen Verbindungen oder nach Daten. Die Ergebnisse von Suchen im Volltext einer Zeitschrift entsprechen bezüglich Vollständigkeit und vor allem bezüglich Ballast bei weitem nicht dem Niveau, das die Sekundärliteratur erreicht.
  3. Referateorgane wie Chemical Abstracts oder Handbücher wie Beilstein und Gmelin ermöglichen uns, mit einer Suche die gesamte relevante Information abzufragen. Bei elektronischen Zeitschriften können wir im günstigsten Fall derzeit über alle Zeitschriften eines Produzenten (Verlag, wissenschaftliche Gesellschaft) suchen, und selbst das ist nicht überall möglich.
Wichtig ist die "nahtlose" Anbindung der elektronischen Primärliteratur an die Datenbanken der Sekundärliteratur. Das diskutieren wir im Modul Elektronische Zeitschriften und Patente.

© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:23:01 2004 GMT
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