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Handbücher

Während bei Referateorganen der unmittelbare 1:1-Nachweis der Originalliteratur auf der Ebene der einzelnen Publikation (Artikel in einer Zeitschrift, Patent) aufgrund ihres erschlossenen Inhalts das Ziel ist, konzentrieren sich die wissenschaftlichen Handbücher wie Gmelin, Beilstein, Landolt-Börnstein, Houben-Weyl usw. auf spezifische chemische Sachverhalte wie Verbindungen, physikalische Daten oder Reaktionen. Zwar wird jede einzelne Angabe mit dem zugehörigen Zitat der Originalliteratur belegt, das Ordnungsprinzip ist aber nicht wie beim Referateorgan die Originalpublikation selbst, sondern der jeweilige chemische Sachverhalt.
Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass man alle wesentlichen Informationen bereits an einem Ort hat und sich nicht zusammensuchen muss wie in einem Referateorgan. Nachteil dieser Methode sind die eingeschränkten Suchmöglichkeiten: im Beilstein z.B. kann man nach Verbindungen und ihren Daten suchen, aber nicht nach Themen wie z.B. in Chemical Abstracts, und auch praktisch nicht nach bibliographischen Daten.

Gmelin: Regal
Gmelin-Handbuch (etwa die Hälfte des gesamten Handbuchs)

Die "Präorganisation" der Informationen in einem Handbuch hat also als Preis eine reduzierte Vielfalt an Möglichkeiten bei der Recherche, die Breite der Suche in Referateorganen hat als Preis den meist grösseren Aufwand bei der Verarbeitung der Suchresultate.
Handbücher und Referateorgane sind also in einem beträchtlichen Ausmass komplementär, wir brauchen bei der Informationsbeschaffung beide Typen der Sekundärliteratur.

Handbücher und Lehrbücher haben eine gemeinsame Entstehungsgeschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts; sie differenzierten sich dann nach der Anordnung ihrer Inhalte, welche in den Handbüchern strikt nach chemischen, in den Lehrbüchern hingegen nach didaktischen Kriterien erfolgte.
Die erwähnten Handbücher sind entweder in eigenen Modulen behandelt (Gmelin, Beilstein), oder zusammen mit anderen Quellen in den Modulen Reaktionsdatenbanken (Houben-Weyl) bzw. Physikalische Daten (Landolt-Börnstein).

© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:23:00 2004 GMT
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