Zeitschriften
Zeitschriften sind mit grossem Abstand die wichtigste und
häufigste Publikationsform in der Primärliteratur. Sie sind in
der Sekundärliteratur (Referateorgane und Handbücher)
gut erfasst und inhaltlich erschlossen. Das schiere Volumen der
Zeitschriftenliteratur hat ja erst zur Entstehung der
Sekundärliteratur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
geführt.
© American Chemical Society
Sie sehen hier Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und den Beginn eines
Artikels aus einer der international renommiertesten Chemiezeitschriften,
des Journal of the American Chemical Society,
"Flaggschiff" unter den zahlreichen Zeitschriften, die diese
wissenschaftliche Gesellschaft herausgibt (vgl. Organisationen der wissenschaftlichen
Literatur).
© American Chemical Society
Derzeit gibt es ca. 20'000 periodisch
erscheinende Publikationen in der Chemie, die Mehrzahl davon
Zeitschriften (der Rest sind Serien, siehe folgende Seite).
© Wiley-VCH; © American Chemical Society
Während die Sekundärliteratur schon ab Mitte der
70er Jahre in zunehmenden Ausmass in elektronischer Form als Datenbanken
verfügbar war, erfolgte dieser Wechsel des Mediums für
Zeitschriften und Patente wesentlich langsamer. Erste
"Volltextdatenbanken" für Zeitschriften zu Beginn der 80er Jahre
verfügten nur über den Text ohne Tabellen, Figuren und vor
allem die so wichtigen Strukturformeln chemischer Verbindungen (siehe
CJACS in Der wissenschaftliche
Publikationsprozess am Beispiel). Dies änderte sich erst in
der zweiten Hälfte der 90er Jahre, dann allerdings geradezu
explosionsartig. Entscheidend für Erfolg und Verbreitung
elektronischer Zeitschriften war dabei das World
Wide Web als Plattform für Text und Grafik, das kurz vor
Einsetzen dieser Entwicklung seinen Siegeszug begonnen hatte.
Statt Regalen mit den neuesten Zeitschriften in Bibliotheken sieht man
dort jetzt vermehrt Computer zur Nutzung elektronischer Zeitschriften
(siehe dazu das Modul Bibliotheken).
Noch wichtiger aber ist, dass Chemiker jetzt diese elektronische
Information direkt am Arbeitsplatz verfügbar haben, was mit
gedruckten Zeitschriften kaum im grösseren Umfang möglich
war.
Inhaltsverzeichnis Angewandte Chemie Band 39, Heft 20 (2000) ©
Wiley-VCH
Das hier gezeigte Inhaltsverzeichnis eines Zeitschriftenheftes und
meist auch die Abstracts der Artikel in einer Zeitschrift sind fast immer
gratis verfügbar. Für den vollen Artikel (full text, oft wie
hier im HTML-Format zum Lesen am Bildschirm und
als PDF-Datei zum Ausdrucken) muss man aber
entweder ein Abonnement haben wie bei der gedruckten Version
(persönlich oder über die Institution, an der man arbeitet),
oder man muss eine Gebühr für jeden einzelnen Artikel bezahlen,
den man aus dem Web herunterlädt.
Mehr zu elektronischen Zeitschriften, ihrer Benutzung und ihrer
Verknüpfung mit der elektronischen Sekundärliteratur
(Datenbanken) finden Sie im Modul Elektronische Zeitschriften und Patente.
© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:22:55 2004 GMT
BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie
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