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  Toxizität von Metallen: Blei Toxikologie

Die Bleiresorption im Darm ist sehr gering. Die meisten technisch verwendeten Bleiverbindungen sind zudem schwerlöslich. Dennoch sind chronische Bleivergiftungen möglich, insbesondere bei hohen Bleikonzentrationen im Trinkwasser (durch Bleirohre). Die Aufnahme von Blei erfolgt besonders leicht über die Lunge, z.B. in Form der Verbrennungsprodukte von Tetraethylblei ("verbleites Benzin").

Das aufgenommene Blei wird zunächst in den Knochen gespeichert. Daher haben Bleivergiftungen meist einen schleichenden Verlauf. Am wachsenden Skelett kommt es an den Enden der Röhrenknochen zu Spongiosaverdichtungen, die im Röntgenbild als "Bleibänder" sichtbar werden.

Bleibänder Bleibänder
Bleibänder
Bildquelle: Childrens Virtual Hospital of Iowa

Ein frühes Symptom einer Vergiftung ist das Auftreten eines "Bleisaumes", einer grauschwarzen Verfärbung am Zahnfleisch durch Bleisulfid (PbS). Bereits bei sehr kleinen Bleikonzentrationen wird die Blutbildung s gestört, es kommt zu Anämien. Bei höheren Konzentrationen oder spontaner Bleifreisetzung aus den Knochen werden periphere Nervenzellen geschädigt, Lähmungen treten auf. Sehr oft ist der Nervus radialis betroffen, der die Streckmuskulatur des Unterarms innerviert. Es tritt die sogenannte "Bleifallhand" auf.

Im 19. Jahrhundert wurden Bleilegierungen zum Verlöten von Konservendosen verwendet. Aus dem Lötmaterial können bei längerer Lagerung erhebliche Mengen Blei an den Inhalt abgegeben werden. Der Verzehr solcher Nahrungsmittel führt zu schweren Vergiftungen. In einer durch derartige Konserven verursachten Bleivergiftung wird heute das Scheitern der Franklin-Expedition gesehen.


© Prof. Dr. J. Gasteiger, Dr. A. Schunk, CCC Univ. Erlangen, Fri Mar 30 11:41:04 2001 GMT
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