Einführung in Patente
Im Bereich der chemischen Primärliteratur sind Patente von ihrer
Häufigkeit in der Sekundärliteratur die zweitwichtigste
Informationsquelle nach den Zeitschriften: von den über
24.5 Millionen erfassten Publikationen in
Chemical Abstracts sind
64 % Artikel aus Zeitschriften und als
zweithäufigste Kategorie 15 % Patente.
Als eine Art "Zwitter" aus wissenschaftlicher Publikation und
juristischem Dokument (Schutzrecht), das geistiges Eigentum vor einer
unerwünschten Nutzung durch Dritte schützt, sind Patente im
industriellen Bereich sogar der wichtigste Publikationstyp
überhaupt.
Patente als wissenschaftliche Publikationen sind ausser durch ihren
beträchtlichen Anteil an der Primärliteratur auch dadurch von
grosser Bedeutung, das wegen ihrer wichtigen Rolle in der chemischen
Industrie viele wissenschaftliche Informationen entweder zuerst in
Patenten veröffentlicht werden, oder überhaupt nur in diesen
und nirgendwo anders in der Primärliteratur.
Zwar interessieren uns hier Patente nur als wissenschaftliche
Publikationen, aber wir geben Ihnen trotzdem eine kurze Einführung
auch in die wichtigsten rechtlichen Aspekte der Patente, denn einige
dieser Aspekte sind untrennbar mit ihrer Funktion in der
Chemieinformation verknüpft:
- die Tatsache, dass Patente häufig die erste Publikation zu
einem Thema sind, geht unmittelbar auf den Neuheitsanspruch
zurück
- die Priorität und die daraus
abgeleiteten Patenfamilien erlaubt uns, von
verschiedenen äquivalenten Patentdokumenten zur gleichen Erfindung
dasjenige auszuwählen, das für uns lesbar bzw. leichter zu
beschaffen ist
© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:25:47 2004 GMT
BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie
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