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Patentdokumente: Typen

Patent ist ein oft unpräzise verwendeter Begriff für verschiedene Patentdokumente, die im Laufe eines Patentverfahrens veröffentlicht werden. Die wichtigsten Patentdokumente sind die Patentanmeldung und das erteilte, eigentliche Patent. Als wissenschaftliche Publikation sind beide vergleichbar, aber in ihrer juristischen Wirkung sehr unterschiedlich: nur das erteilte Patent hat die volle Wirkung eines Schutzrechts (zeitlich und territorial beschränktes Recht, Dritte von der kommerziellen Nutzung der Erfindung auszuschliessen).

Die im Laufe der Patentverfahren publizierten verschiedenen Patentdokumente tauchen in den meisten Datenbanken auf, die Patente erfassen (wie z.B. Chemical Abstracts). Diese verschiedenen Dokumente sind durch international standardisierte so genannte Kind Codes charakterisiert, die hinter der Patentnummer erscheint.

Web Icon STN: Patent Kind Codes

Beispiel Patenttypen

Ein Patentdokument wird eindeutig durch seine Nummer identifiziert, die aus folgenden Teilen besteht:

z.B. DE 19 530 404 A1, EP 759 414 A2

  • internationales Kürzel für das erteilende Land (Ländercode) oder die erteilende Organisation: z.B. DE = Deutschland, EP = Europäisches Patentamt (EPA)
  • Patentnummer (laufende Nummer): z.B. 19 530 404, 759 414
  • Patent Kind Code: z.B. (DE) A1 = veröffentlichte Patentanmeldung, (EP) A1 = veröffentlichte Patentanmeldung, (EP) A2 = Recherchenbericht (Prüfbericht) des EPA, (EP) B1 = erteiltes europäisches Patent
    Beachten Sie, dass die gleichen Kind Codes in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche Bedeutung haben können, also nur zusammen mit dem Ländercode eindeutig zu interpretieren sind
SciFinder Scholar CAplus: Patent Kind Codes
SciFinder Scholar CAplus: Patenttypen (Kind Codes) © American Chemical Society

Die verschiedenen Typen von Patentdokumenten aus verschiedenen Ländern zur gleichen Erfindung, die hier in Chemical Abstracts zusammengefasst gezeigt sind, nennt man eine Patentfamilie. Die verschiedenen Patentdokumente haben unterschiedliche Kind Codes (von uns blau unterlegt), bzw. nominal gleiche Codes mit unterschiedlicher Bedeutung in den verschiedenen Ländern.

Solche Patentfamilien sind von juristischer Bedeutung, spielen aber auch eine Rolle bei der Informationsbeschaffung, auf die wir eingehen werden.

Für diese Erfindung wurde folgende Patentanmeldungen veröffentlicht:

  • DE 19 530 404 am 20.2.1997 (= 19970220, erste Veröffentlichung überhaupt)
  • EP 759 414 (Kind Codes A2, A3)
  • ES 2 139 98 (T3, Spanien)
  • JP 09 059 828 (A2, Japan)
  • CN 1 145 348 (A, Canada)

Beachten Sie also, dass eine veröffentlichte Anmeldung in Canada den Code A hat, in Japan aber den Code A2.

Patente im engeren Sinne wurden folgende erteilt:

  • EP 759 414 B1
  • TW 403 726 (Taiwan)
  • CN 1 089 327 (Canada)
  • US 5 885 519
  • US 5 834 388
  • US 5 968 859
Auf die sehr eigenartig scheinende Tatsache, dass hier für die gleiche Erfindung in den USA nicht weniger als drei verschiedene Patente erteilt wurden, kommen wir noch zurück!

© Dr. Engelbert Zass, ETH Zürich, Tue Apr 6 09:25:58 2004 GMT
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